Damit ist aber auch klar: Ihr Kind ist nicht boshaft, unwillig oder dumm, sondern es schützt sich vor der weiteren Zerstörung seines Selbstbildes.
Unser Gehirn entscheidet somit nach der „Lust-Pein-Bilanz bzw. nach dem Prinzip des kleineren Übels. Zum Beispiel: Wenn der „Anschiss" für die nicht gebrachte Hausaufgabe weniger Pein bringt, als der Frust über die vielen Fehler und die damit verbundene Blamage, entscheidet sich das Gehirn für die Unterlassung der Aufgabe.
Das kann sogar soweit gehen, dass Kinder die Hausaufgabe zwar machen, aber dann in der Schule nicht herzeigen: „Ich habe sie vergessen!“
Die Basis für diese Entscheidungen sind unsere persönlichen Empfindungen von Lust und Pein, die durch unsere bisherigen Erfahrungen geprägt wurden.
Das Funktionsprinzip ist bei allen Menschen gleich, der Unterschied besteht nur in dem unterschiedlichen, persönlichem Empfinden: Was dem Einen Lust ist, ist vielleicht dem Anderen schon Pein.
Überlegen Sie ein Mal, gibt es bei der einen oder anderen Situation in Ihrer Familie unterschiedliche Lust-Pein-Bilanzen?
Karl Beinstein
Hinweis: Dieser Beitrag ist Teil einer aufbauenden Artikelserie.
Am meisten profitieren Sie, wenn Sie die Beiträge der Reihe nach lesen:
1. Kennen Sie das?
2. Motiviert sind wir immer!
3. Ist Vermeidung ein gesunder Selbstschutz?
4. Verändern Sie die Lust-Pein-Bilanz!
5. So erreichen Sie die Schubumkehr!
6. 3 weitere Tipps für den "Bremsvorgang"

