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Mama, der Lehrer mag mich nicht!

Bei Problemen mit der Lehrkraft ist ein sehr breites Spektrum möglich: von mangelnder Sympathie bis hin zu fallweisem Mobbing. Dieses Thema erfordert von Ihnen viel Fingerspitzengefühl und auch Selbstreflexion.
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Selbstreflexion



Die Selbstreflexion ist wegen möglicher, unbewusster Übertragungen von großer Bedeutung. Wir alle waren selbst einmal SchülerInnen und haben unsere eigenen prägenden Erfahrungen gemacht. Diese Erfahrungen sind meist schon ins Unterbewusstsein abgesunken oder verdrängt worden, aber trotzdem noch wirksam. Wenn Sie eine Schulzeit mit überwiegend positiven Erfahrungen hatten, werden Sie dem Schuleintritt Ihres Kindes mit Zuversicht entgegensehen. Haben Sie aber mehrheitlich negative Erfahrungen gemacht, weil Sie zum Beispiel in der Schule bloßgestellt und wegen einer nicht erkannten oder beachteten Teilleistungsschwäche abgestempelt wurden, löst der Schuleintritt Ihres Kindes Sorge und Unsicherheit aus.

Wenn Ihnen diese eigenen negativen Erfahrungen nur wenig bewusst sind und Sie diese auch noch nicht bewältigen konnten, werden sie auf Ihr Kind übertragen. Dann tritt Ihr Kind schon „mit einem ordentlichen Rucksack am Rücken“ in die Schule ein und jede ähnliche Erfahrung dient Ihnen indirekt als Bestätigung der eigenen Befürchtungen.

Deshalb meine Empfehlung: Wenn, im Zusammenhang mit dem Schulbesuch Ihres Kindes, negative Gefühle in Ihnen hoch kommen, sollten Sie sich fragen, wie weit diese mit Ihren eigenen Schulerfahrungen zu tun haben. Um so bewusster Sie mit Ihrer eigenen Schulzeit umgehen können, um so sicherer und selbstbewusster werden Sie auch den Lehrpersonen Ihres Kindes gegenübertreten können.

Um so jünger das Kind, umso wichtiger ist die Lehrerbeziehung



Für die Lehrer-Kind-Beziehung gilt, um so jünger das Kind ist, um so lehrkraftbezogener und damit auch lehrkraftabhängiger ist es. Junge Kinder suchen noch verstärkt die Anerkennung der Erwachsenen, Jugendliche dagegen mehr die Anerkennung der Gleichaltrigen.

Deshalb ist für die jungen Kinder die positive Lehrerbeziehung besonders wichtig. Getrübt kann diese Beziehung zum Beispiel durch Sympathiemangel werden. Dann helfen Sie Ihrem Kind, den Fokus zu ändern und seine Aufmerksamkeit auf die positiven Seiten der Lehrkraft zu lenken.

Mögliche Ansatzpunkte:
  • Was kann sie gut (z. B. erklären, zuhören, ...)?
  • Welche positiven Eigenschaften hat sie (z. B. gerecht, humorvoll, ...)?
Oft fühlen sich Kinder zu wenig beachtet oder verstanden. Dies kann meist durch eine verstärkte Mitarbeit und ein aktives Zugehen auf die Lehrkraft geändert werden.

Bei älteren Kindern kann eine allgemeine negative Stimmung der Klasse gegen eine Lehrkraft die Ursache für die Ablehnung sein, obwohl sie selbst die Lehrkraft ok finden.

Mobbing



Mobbing durch Lehrkräfte ist zwar selten, aber es kommt vor. Sollte Ihr Kind von der Lehrkraft vor der Klasse immer wieder bloßgestellt werden, dann sollten Sie energisch intervenieren und, wenn notwendig, auch das Gespräch mit den vorgesetzten Stellen der Lehrkraft suchen. Denn dadurch wird die wichtigste Lebensgrundlage Ihres Kindes, das Selbstwertgefühl, schrittweise zerstört.

Wenn sich die Situation nicht verbessern lässt, bleibt nur ein Schulwechsel um Ihr Kind zu schützen. Selbst wenn Ihr Kind gerade die letzte Klasse einer Grundschule besucht, ist ein Wechsel zu empfehlen. Wir haben in unserem Förderpädagogischen Zentrum damit schon sehr positive Erfahrungen gemacht.

Karl Beinstein

Hinweis: Dieser Beitrag ist Teil einer aufbauenden Artikelserie.
Am meisten profitieren Sie, wenn Sie die Beiträge der Reihe nach lesen:
  1. Warum kann sich mein Kind nicht konzentrieren?
  2. Mama, der Lehrer mag mich nicht!
  3. Mama, das ist so langweilig!
  4. Mama, wozu brauch ich das? 
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