Im letzten Beitrag haben wir überlegt, wie die "Schubumkehr" eingeleitet werden kann und festgestellt, dass - wie beim Auto - zunächst die Rückwärtsfahrt (die Negativspirale) gestoppt werden muss und erst danach die Vorwärtsfahrt (in die Positivspirale) eingeleitet werden kann.
Hier nun die drei letzten Tipps für den "Bremsvorgang".
So kommt Ihr Kind von der Misserfolgs-Spirale in die Erfolgs-Spirale:
Zunächst bedenken Sie bitte, dass die Schubumkehr nicht schlagartig erfolgen kann. Dies ist wie bei einem rückwärtsfahrenden Auto: Zuerst muss es abgebremst und zum Stillstand gebracht werden, bevor es nach vorne losfahren kann.
Die Basis für diese Entscheidungen sind unsere persönlichen Empfindungen von Lust und Pein, die durch unsere bisherigen Erfahrungen geprägt wurden.
Das Funktionsprinzip ist bei allen Menschen gleich, der Unterschied besteht nur in dem unterschiedlichen, persönlichen Empfinden: Was dem Einen Lust ist, ist vielleicht dem Anderen schon Pein.
Überlegen Sie bitte die Konsequenzen des bipolaren Antriebsystems und machen Sie sich bewusst, dass diese Vermeidungsstrategien somit ein natürlicher Schutzmechanismus sind, zum größten Teil unbewusst ablaufen und sich im Laufe der Zeit zu einem Verhaltensmuster entwickeln:
Die Lernpsychologen haben herausgefunden, dass unser
Gehirn über ein „bipolares Antriebssystem“ verfügt.
„Peter!“
„Ja Mutti!“
„Um zwei Uhr beginnen wir heute mit der Aufgabe.“
„Mutti, können wir nicht erst um drei anfangen?“
„Nein Peter, dann wird es wieder so spät wie gestern.“
„Bitte Mutti, ich mach dann auch ganz schnell.“