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Herzlich willkommen!

Wir begrüßen sie in unserem Blog und wollen uns kurz vorstellen.

Wir sind seit 1982 verheiratet, haben vier, inzwischen schon erwachsene, Kinder und zwei reizende Enkelkinder.

Von Beruf sind wir beide Pädagogen. Meine Frau hat vor ihrer (unserer) „Kinderzeit“ 16 Jahre in einer privaten Grundschule in einem Tagesinternat gearbeitet und ich war 17 Jahre vorwiegend in Internaten tätig, davon sieben Jahre in leitender Position.

Eine unserer Töchter war eine ganz schwere Legasthenikerin und hat trotz, oder gerade wegen ihrer ausgezeichneten Begabung sehr darunter gelitten. Als es Anfang der vierten Klasse mit den Aufsätzen losging, waren sie und wir total verzweifelt:

"Papa, ich will nicht mehr leben!" - Erinnerungen eines Vaters.
Es war zu Mittag an einem Donnerstag im Herbst. Die Tür flog auf, Petra kam gerade von der Schule nach Hause. „In diese sch… Schule geh ich nicht mehr“ schrie sie mir entgegen „nie wieder!“ Ihr Gesicht war voller Wut und Verzweiflung. Tränen füllten ihre Augen. Wie ein weidwundes Tier stand sie vor mir.

Stockend berichtete sie über den ersten Aufsatz, den sie heute zurück bekommen hatte, und wie sie die anderen Kinder ausgelacht und verspottet haben: „Du bist ja blöd, du kannst ja nicht einmal schreiben.“ … Was sollte ich ihr sagen? Sollte ich ihr zum – ich weiß nicht wievielten Male – sagen, dass dies nicht stimmt. Dass sie mit einem IQ von 142 nicht blöd sein kann. Dass wir dies schwarz auf weiß hätten. Und dass überhaupt die anderen … – Ich hasste diese Hilflosigkeit.

Über drei Jahre kämpften wir nun schon mit ihr um das schulische Überleben. Es war wie der berühmte Kampf gegen die Windmühlen. „Strafverschärfung“ gab es für Petra noch in der Gestalt der Zwillingsschwester, ebenfalls sehr gut begabt aber ohne das Handicap der Legasthenie.

Bisher war Petra eine Kämpferin gewesen. Eine richtige Löwin, wie aus dem Astrologie-Lehrbuch. Trotzdem mussten wir mit ansehen, wie ihr Selbstwertgefühl immer weniger wurde. Wie sie zu kompensieren begann. Wie diese verd… Legasthenie die Entwicklung ihrer Persönlichkeit einengte und ihr immer mehr die Freude am Leben nahm.

An diesem Tag war ihre Verzweiflung besonders groß. Sie empfand ihre Situation als so ausweglos, ohne jede Hoffnung: Wenn sie schon unbedingt in die Schule gehen müsse, bliebe sie halt 5 Jahre in der 4. Klasse und würde anschließend Klofrau. … Ihre Verzweiflung gipfelte schließlich in den Worten: „Papa, ich will nicht mehr leben!“

Name des Kindes geändert


Trotz allen Bemühens, konnten wir unsere Tochter nur begleiten, ihr aber nicht nachhaltig helfen. Wir mussten unsere Tochter in die Schule schicken und zusehen wie die Schule ihre Persönlichkeitsentwicklung immer mehr einengte und ihr Selbstwertgefühl reduzierte.

Wir dachten, wenn wir die Pflicht haben unser Kind in die Schule zu schicken, dann hat auch der Schulerhalter die Pflicht dafür zu sorgen, dass alle ihm anvertrauten Kinder die Möglichkeit erhalten, sich ihren Begabungen entsprechend entwickeln zu können und zu fröhlichen, lebenstüchtigen Menschen heranzuwachsen.


Meine Frau hatte diese Meinung im Herbst 1993 auch durch Presseaussendungen und Briefe an das Unterrichtsministerium und sämtliche Landesschulräte in Österreich öffentlich vertreten. Vier antworteten gar nicht, die anderen schrieben ausweichende bis freundliche Briefe. In der Steiermark wurde ihr Anliegen ernst genommen und führte unter Landesschulrat Dr. Schilcher zu Verbesserungen für legasthene Kinder.

Wir sind auch dem, damals vor kurzen gegründeten, Österreichischen Bundesverband Legasthenie (ÖBVL) beigetreten und zu regelmäßigen Elterntreffen gegangen. So konnten wir erleben, dass wir kein Einzelschicksal durchleben, sondern dass es viele Betroffene mit ähnlichen Sorgen und Nöten gibt.

Wir begannen uns immer intensiver mit dem Thema Legasthenie auseinanderzusetzen. Ich machte eine Zusatzausbildung zum Diplomierten Legasthenietrainer und besuchte noch weitere Aus- und Weiterbildungen.

Unser Interesse konzentrierte sich vor allem auf die Erforschung der Ursachen. Denn, so unsere Überlegung, wenn wir diese kennen, kann auch am besten geholfen werden.

Wir fanden die Ursachen in der zentralnervösen Wahrnehmungsverarbeitung, und wir fanden auch Möglichkeiten diese zu überprüfen und bei vorliegender Beeinträchtigung zu trainieren.

Im Dezember 1998 gründeten wir unser BEIKA-INSTITUT und begannen, uns hauptberuflich ganz der Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Lese-Rechtschreibschwäche bzw. Legasthenie zu widmen.

Seither habe ich über 1.400 Kinder und Jugendliche getestet und viele davon haben wir auch noch ein Stück des Weges begleiten dürfen.

Für diese Begleitung haben wir eigene Konzepte, Methoden und Materialien (Arbeits- und Übungsblätter sowie Lernspiele) entwickelt, mit denen wir den Kindern und Jugendlichen in vergleichsweise kurzer Zeit zu neuer Lernfreude und einem besseren Schulerfolg verhelfen.

Wir haben uns auch in der Aus- und Weiterbildung für Pädagogen und Therapeuten engagiert und im Sommer 2005 den Verein SCHÜLER IN Not gegründet um dem Anliegen noch mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Am 16. Jänner 2008 konnten wir der Österreichischen Parlamentspräsidentin Mag. Barbara PRAMMER eine Petition für kindgerechte Bildung mit knapp sechshundert Unterschriften übergeben.

In all den Jahren haben wir immer wieder drei Erfahrungen gemacht:
  1. Viele Eltern haben kein ausreichendes Unterstützungsangebot in ihrer Nähe.
  2. Nicht alle Eltern können sich diese kostenintensive Unterstützung finanziell leisten.
  3. Vielen Kindern hätte schon wesentlich früher geholfen und somit ein unnötiger Leidensweg erspart werden können.
Aus diesen Erfahrungen heraus haben wir den BEINSTEIN Verlag gegründet und die SCHLAUDINO Förderprogramme für die folgenden drei Bereiche entwickelt:
  1. Für die Förderung zu Hause:
    SCHLAUDINOS Eltern/Kind-Heimtraining - als Hilfe zur Selbsthilfe!
  2. Für die Förderung in der Schule:
    SCHLAUDINOS Schultraining - als Unterstützung im Förderunterricht.
  3. Für die Förderung im Kindergarten und in der Vorschule:
    "Mit SCHLAUDINO fit zum Schuleintritt" - als Vorbereitungs- und Präventionsprogramm.

Die neueste Initiative ist jetzt noch dieser Blog, in dem wir mit unserem Wissen und unseren Erfahrungen anderen helfen wollen.

Karl Beinstein

Viele sehen die Dinge
und fragen: „Warum?“
Ich aber träume von den Dingen,
die in der Zukunft liegen
und frage: „Warum nicht?“

                               Georg Bernhard Shaw
 

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